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Marktanalyse von Ernährungsprogrammen
Seit etwa 17 Jahren beobachten wir den "Softwaremarkt" für Ernährungsprogramme. Also etwa seitdem es überhaupt Anwendungen auf sogenannten PCs gibt. Dass sich ein Computer besonders gut dafür eignet, die komplexe und aufwendige manuelle Berechnung und Auswertung von Nährwert-Tabellen zu übernehmen, liegt in der "Natur" eines Computers.
Die meisten Software-Applikationen sind über diesen Status nicht hinausgekommen: Sie bieten Datenbanken mit Nahrungsmitteln und deren Inhaltsstoffen. Über ein Eingabefenster kann man sich dann aus der A-Z - Liste von Nahrungsmitteln eine beliebige Auswahl zusammenstellen, etwa einen Tag oder eine Woche, wie in einem Erfassungsprotokoll. Diese Daten werden mit einer zugeordneten Liste bzw. Tabelle, wie etwa mit den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verglichen und die Abweichungen werden dargestellt.
Andere Programme organisieren die Datenerfassung über Abfrage-Formulare. Die Häufigkeit, mit der bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen verzehrt werden, wird abgefragt und mittels interner Kriterien verglichen und bewertet. Je nachdem, ob sich ein Produktangebot anschließt oder nicht, fallen die Bewertungen des Ernährungsverhaltens - entsprechend dem Produktangebot - defizitär aus und sollten dann, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, eben durch ein Produkt XY ausgeglichen werden...!
Frei nach der interessanten These "der Mensch ist was er isst" werden dem "Genussmenschen" seine Ernährungsfehler "offenbart". Die Resultate der Bewertungen kann man als "Insider" fast vorwegnehmen: ▪ zu fettreich ▪ zu geringe Flüssigkeitszufuhr ▪ zu wenig komplexe Kohlenhydrate ▪ zu arm an Ballaststoffen ▪ zu wenig Vitalstoffe ▪ zu salzig ▪ insgesamt zu energiereich... Und man kann sicher sein, dass jeder Klient empfänglich für diese Botschaften ist, denn jeder hat ein "schlechtes Ernährungsgewissen".
Die "Analyse" mag ja sogar zutreffen, doch kann diese allgemeine "Ernährungsanalyse" die individuelle Situation nicht beschreiben, denn Ernährung muss in erster Linie dem Bedarf angemessen sein. Diese Aussage ist durchaus mehrschichtig zu verstehen. Wir differenzieren zwischen einem "realen" Bedarf, der sich nach dem Energieverbrauch richtet und einem "imaginären" Bedarf, der von der seelischen Bedürftigkeit und den Wünschen abhängig ist und einem "Zusatz" Bedarf, der sich durch diverse Umweltfaktoren ergibt.
An diesem Punkt trennen sich die Vorstellungen von Ernährungsprogrammen. Um Ernährungsprogramme bewerten zu können, werden in den Fachzeitschriften verschiedene Kriterien genannt. Diese Kriterien befassen sich mit Bedienerfreundlichkeit, Forderung nach Hilfe-Tools, Datenbankinhalten, Support, Service, Schulungen, Up-Date-Service etc., also eher Qualitätsmerkmale, die für eine benutzerfreundliche Software allgemein gelten. Diese Fragen beschäftigen uns hier nicht weiter, weil sie für uns eine selbstverständliche Basis darstellen (siehe hierzu: BIA Software). Hinzufügen möchten wir an dieser Stelle nur noch einen Punkt. Der Punkt ist so wesentlich, dass sich aus diesem Grund eine Ernährungsberatung in der Vergangenheit als Dienstleistung nicht etablieren konnte: Es ist die Zeit. Die Häufigkeits-Fragelisten sind zu undifferenziert, um aus dem Ergebnis auf das wirkliche Ernährungsverhalten rückschließen zu können. Sie taugen allenfalls als Tendenzbarometer bzw. Screening. Bei Auswertungen, die auf Ernährungsprotokollen basieren, ist allein die Datenerfassung so zeitaufwendig, dass sich die ganze Ernährungsberatung nicht mehr rechnet! Hinzu kommt ein wesentlicher Nachteil von Ernährungsprotokollen. Das protokollierte Essverhalten unterscheidet sich von der gewöhnlichen Ernährungs-Realität. Was will man dann damit machen? Ein "vertuschtes, schöngemaltes" Ernährungsverhalten bewerten?
Unsere Forderungen an ein softwaregestütztes Ernährungsprogramm: ▪ die Erfassung des Ernährungsverhaltens muss in einem kommunikativen Dialog mit dem Berater erfolgen ▪ die Datenerfassung muss parallel zu diesem Gespräch stattfinden ▪ die Datenerfassung muss eineindeutig sein ▪ alle benannten Lebensmittel müssen erfassbar sein ▪ das körperliche, geistige und seelische Verhalten des Klienten muss für den identischen Zeitraum dokumentiert werden und über diesen Zeitraum hinaus berücksichtigt werden ▪ eine Körperanalyse vor allem der Körperzellmasse, also dem energetisch wesentlichen Körperkomportiment muss vorliegen ▪ weitere körperliche Parameter, die den Energiehaushalt beeinflussen (Rauchen, Hormonstatus, Schwangerschaft, Stillen, Umwelt- und Lebenssituationen, exog. Stress...) müssen abgefragt werden ▪ wenn der Klient Ziele mit der Analyse verbindet, wie etwa eine Gewichtsreduktion oder Diät, sollten diese bekannt sein. ▪ die Auswertung muss für den Berater und auch für den Klienten verstehbar sein ▪ die Empfehlungen müssen umsetzbar sein ▪ das Resultat der Ernährungsberatung muss der Gesundheit förderlich sein.
Bitte überprüfen Sie den Markt auf Produkte mit diesen Leistungsmerkmalen... und?
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